Talavera-Keramik, Die töpferei der Farben

Talavera-Keramik, Die töpferei der Farben

Die Keramik von „Talavera de la Reina und Puente del Arzobispo“ (Städte in Toledo) gilt als eine der schönsten der ganzen Welt. Ihre Vielfalt an Stilen, Themen, Farben und Formen spiegelt die Veränderungen und den Geschmack der spanischen Geschichte wider.

Es ist leicht, einige Beispiele dieser Keramik in und auf emblematischen Monumenten wie „El Escorial“ in Madrid, „Plaza de España“ in Sevilla oder der „Catedral Viejo in Salamanca zu finden. Nicht umsonst wurde die Talavera-Töpferei 2019 von der UNESCO als “Immaterielles Kulturerbe” der Menschheit anerkannt.

Keramiken mit Geschichte

In Talavera gibt es seit mindestens der Römerzeit Werkstätten für die Keramikherstellung, wie wichtige archäologische Funde belegen. Später kamen die Westgoten und die Muslime, aber die Töpfertradition wurde im 15. Jahrhundert mit der Ankunft der jüdischen Bevölkerung und dem Einfluss verschiedener Kulturen gefestigt.

Die Töpferwaren wurden ab dem 16. Jahrhundert berühmt und erlangten industrielle Bedeutung, da sie bis dahin hauptsächlich für den häuslichen Gebrauch und unter mudejarischem Einfluss hergestellt wurden.

Es war Philipp II., der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts der Talavera-Keramik einen enormen Auftrieb gab, indem er flämische Künstler, italienische Künstler und sevillanische Chemiker in die Stadt holte, um die Keramikproduktion zu modernisieren. Außerdem machte er Talavera-Töpferwaren und Keramiken zu offiziellen Lieferanten des Hofes.

Mit Philipp III. führten die Kirche, wohlhabende Familien und der spanische Hof diese Töpferware als Mode ein, als Zeichen von Exquisitheit und gutem Geschmack. Schriftsteller wie Cervantes, Lope de Vega und Tirso de Molina erwähnten diese Keramik in ihren Werken aufgrund ihrer besonderen Schönheit und Qualität.

Keramisches Interieur in La Basilica del Prado - Talavera de la Reina
Keramisches Interieur in La Basilica del Prado – Talavera de la Reina

Hauptmerkmale der Talavera-Keramik

Es gibt bestimmte Merkmale, die diese Töpferware auszeichnen und sie dadurch weltweit bekannt gemacht haben:

● Es handelt sich um eine Art keramischer Dekoration auf Steingut mit einer Bleiglasur, die mit Zinn getrübt und anschließend mit verschiedenen Motiven verziert wird, indem Oxide über den vorherigen Untergrund aufgetragen werden.
● Sie haben das handwerkliche Verfahren und die Handbemalung der Stücke beibehalten.
● Der Herstellungsprozess dauert aufgrund der sorgfältigen und handwerklichen Techniken fast einen Monat.
● Ihre Farben sind sehr charakteristisch. Hauptsächlich Kobaltblau, Grün, Orange und Gelb.
● Durch die verschiedenen historischen Einflüsse auf künstlerischer Ebene sind die Motive sehr vielfältig und leicht erkennbar.

Geschützte Geografische Angabe

Wie andere Kunsthandwerke auch, haben die Keramiken von „Talavera“ und „Puente del Arzobispo“ nicht immer den Glanz vergangener Zeiten erlebt und verschiedene Krisen durchgemacht. Die aktuellen Produktionskosten haben dazu geführt, dass die Zahl der großen Werkstätten in der letzten Generation von etwa 90 auf 20 gesunken ist.

Auch wenn die Anerkennung durch die Unesco dem Keramikhandwerk geholfen hat, hat die Regierung von Kastilien-La Mancha mit Unterstützung der spanischen Zentralregierung kürzlich bei der europäischen Kommission eine geschützte geografische Bezeichnung für handwerkliche und industrielle Erzeugnisse beantragt, von der die Talavera-Keramik profitieren würde.

Diese Initiative zielt darauf ab, die lokalen handwerklichen Techniken und Verfahren zu schützen, Fälschungen und Nachahmungen zu verhindern dadurch der Verbraucher in die Irre geführt wird. Ein weiteres Ziel ist den Tourismus, und die Kultur in diesen Gebieten wiederzubeleben und damit dann Arbeitsplätze zu schaffen.

Ein Hauch von Neuem

Auch heute noch zeichnet sich die Talavera-Keramik durch ihre Qualität, ihre große Schönheit und ihre einzigartigen Handwerkstechniken aus. Privatpersonen, Innenarchitekten, Museen und Dekorationszeitschriften auf der ganzen Welt schätzen ihre Einzigartigkeit und zögern nicht, Stücke aus den Werkstätten anzufordern.

Es gibt sogar eine ganze Reihe neuer Keramiker, die zwar die keramischen Techniken und die Handbemalung respektieren, aber bei den Motiven und Anwendungen der Keramik selbst neue Wege gehen.

Das Keramikzentrum Talavera hat begonnen, mit renommierten spanischen Künstlern und Designern anderer Disziplinen zusammenzuarbeiten, wie Aitor Sarabia, Ana Locking, Guille García-Hoz und Bakea, die nicht zögern, in diese Werkstatt zu kommen, um ihre Entwürfe zu verwirklichen.

Wir sind sicher, dass die Geschichte weitergehen wird.
Lang lebe die Talavera- und Puente del Arzobispo-Keramik!

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